Forschungsprogramm der Deutschen Gesellschaft für ME/CFS

Die Myalgische Enzephalomyelitis/das Chronische Fatigue-Syndrom (ME/CFS) ist eine oft schwer verlaufende, insbesondere das Immun- und das Nervensystem betreffende Systemerkrankung, die in den meisten Fällen nach einer Viruserkrankung auftritt. Die WHO stuft ME/CFS seit 1969 als neurologische Erkrankung ein.

ME/CFS betrifft ähnlich viele wie Multiple Sklerose und aufgrund der COVID-19-Pandemie steigt die Anzahl der Betroffenen drastisch. Die Lebensqualität mit der Erkrankung ist mit die schlechteste aller chronischen Erkrankungen, die Mehrheit der Betroffenen ist arbeitsunfähig und viele sind ans Haus gebunden oder bettlägerig.

Für ME/CFS besteht seit Jahrzehnten ein Teufelskreis aus vergleichsweise wenig publizierten Studien und kaum vorhandenen Forschungsgeldern. Das Resultat ist, dass es bis heute weder einen Biomarker noch zugelassene Medikamente für die Erkrankung gibt.

Die Deutsche Gesellschaft für ME/CFS möchte mit ihrem Forschungsprogramm dazu beitragen, dass sich die Situation der ME/CFS-Betroffenen entscheidend verbessert. Hierzu sollen kleinere explorative Studien und Pilotstudien finanziert werden, die im besten Fall Aussicht auf Anschlussförderung – insbesondere durch die öffentliche Hand – haben. Jährlich werden zwei Förderungen in Höhe von 25.000 € vergeben, auf die sich Forschende per Antrag bewerben können.

Bewertung des Förderantrags

Die Förderung deckt ein breites Spektrum möglicher Projekte ab. Die Förderung orientiert sich am konkreten Bedarf der Erkrankten und der Verbesserung ihrer Situation.

Art des Forschungsprojekts:

Es werden prioritär Pilotprojekte zur Medikamentenentwicklung und Forschungsprojekte zur Entwicklung und Validierung von Biomarkern ausgewählt, aber auch Studien zur Diagnostik, Epidemiologie, Versorgung und Grundlagen (z. B. Laborstudien) von ME/CFS sind willkommen. Die Art der Studie stellt kein Ausschlusskriterium dar. Kofinanzierungen von bereits laufenden Studien sind möglich.

Einbeziehung der Patient*innenexpertise:

Die Deutsche Gesellschaft für ME/CFS legt Wert darauf, dass in die Planung und Auswertung der Studie Patient*innenexpertise einbezogen wird, beispielsweise in Form von Beratung durch Patient*innenorganisationen oder, sofern möglich, durch Beteiligung von ME/CFS-Betroffenen als Koautor*innen der wissenschaftlichen Publikation.

 

Studiendesign und Hypothese:

Wichtig ist, dass die zugrundeliegende Hypothese plausibel sowie konkret testbar ist und dass der potenzielle Erkenntnisgewinn des Projektes einen substanziellen Nutzen für Forschende und Betroffene bringt. Es sollten aktuelle Eingangskriterien für ME/CFS sowie, falls vorhanden, aussagekräftige Endpunkte verwendet werden. Abhängig von der Art der Studie sollte die geplante Stichprobengröße ausreichend sein, damit zu erwartende Effekte statistisch signifikant werden können (statistische Power).

Finanzplan:

In die Bewertung fließt eine realistische Finanzplanung ein (ca. eine halbe Seite). Diese sollte diverse Ausgabenteile enthalten wie Personalkosten, Materialkosten, Reisekosten, Aufträge, Sonstiges etc. Wenn mehrere Gruppen und/oder Institutionen beteiligt sind, führen Sie bitte den Anteil der Förderung nach Gruppe auf (z. B. Gruppe X 17.000 €; Gruppe Z 8000 €).

 

Vorarbeiten:

Vorarbeiten im Bereich ME/CFS oder verwandten Bereichen (z. B. aus der Immunologie, Infektiologie, Virologie, Rheumatologie und vielen weiteren) sind von Vorteil.

Anschlussfinanzierung und Veröffentlichung:

Die Möglichkeit einer Anschlussfinanzierung sollte ausgelotet werden. Wenn möglich, sollten die Forschungsergebnisse im Anschluss in einem Open-Access und Peer-Reviewed Journal publiziert werden. Open-Access-Publikationen können auch durch die Deutsche Gesellschaft für ME/CFS gefördert werden. Informationen zur Open-Access-Förderung finden Sie hier.

 

Bewerbung:

Die Bewerbungsfrist für die Förderungen ist für das laufende Kalenderjahr der 30. November.

Verfahren

Der Antrag muss bis zum 30. November eingegangen sein. Senden Sie Ihren Antrag an forschung@dg.mecfs.de.

Jede*r, der ein Forschungsprojekt zu ME/CFS plant oder bereits durchführt und an einer Institution angeschlossen ist (Universität, Institut, Einrichtung, öffentlich wie privat), kann sich bewerben.

Die Vergabe erfolgt innerhalb von etwa 8 Wochen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Begleitblatt und Antragsformular

Förderbedingungen

Laden Sie hier das Begleitblatt mit den Förderbedingungen und Verfahrensinformationen und allen weiteren Informationen, die Sie auf dieser Seite finden, herunter.

Antragsformular

Laden Sie hier das Antragsformular herunter, um sich für das Forschungsprogramm der Deutschen Gesellschaft für ME/CFS zu bewerben. Bitte senden Sie das ausgefüllte und unterschriebe Formular an forschung@dg.mecfs.de.

Sollten Sie mit dem rechts bereitgestellten Antragsformular technische Probleme haben, können Sie hier ein offenes Dokument herunterladen.