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Nationale Klinische Studiengruppe startet

Nationale Klinische Studiengruppe: Therapiestudien zu ME/CFS und dem Post-COVID-Syndrom starten 

Förderung durch das BMBF mit 10 Millionen Euro

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat der Charité – Universitätsmedizin Berlin rückwirkend zum 1. Oktober 2022 rund 10 Millionen Euro für die Therapieforschung im Rahmen der Nationalen Klinischen Studiengruppe (NKSG) zur Verfügung gestellt. Somit ist der Weg frei, um erste klinische Studien im Rahmen der NKSG zu beginnen und die begleitenden Biomarker- und Diagnostikplattformen aufzusetzen. Über den offiziellen Start der NKSG informierte die Charité heute in einer Pressemitteilung.

Die Deutsche Gesellschaft für ME/CFS, Long COVID Deutschland, Prof. Dr. Carmen Scheibenbogen (Charité Fatigue Centrum) und Prof. Dr. Uta Behrends (MRI Chronische Fatigue Centrum) hatten sich in Gesprächen mit Abgeordneten des Deutschen Bundestages für die Freigabe von Finanzmitteln für die gezielte Therapieforschung von Myalgischer Enzephalomyelitis/Chronischem Fatigue-Syndrom (ME/CFS) und dem Post-COVID-Syndrom eingesetzt und zusammen nach Lösungen für bürokratische Hürden gesucht. Entstanden ist das Projekt als Auskopplung des Nationalen Aktionsplans der Patientenorganisationen. Entscheidend vorangetrieben wurde das Projekt einer Studiengruppe zur gezielten Therapieforschung unter anderem von den SPD-Bundestagsabgeordneten Wiebke Esdar und Stefan Schwartze. Nachdem die Charité im August einen entsprechenden Projektantrag beim BMBF eingereicht hatte, kam es jetzt zur offiziellen Zusage über die Vergabe der Fördermittel an die NKSG.

Erste Studien im Rahmen der NKSG zur Wirksamkeit von bereits zugelassenen Arzneimitteln und medizinischen Verfahren für die Behandlung der unterschiedlichen Krankheitsmechanismen sind an der Charité bereits angelaufen. Im Fokus dieser und weiterer Studien liegen derzeit Entzündungen, Durchblutungsstörungen und Autoantikörper, welche ME/CFS und den unterschiedlichen Ausprägungen des Post-COVID-Syndroms zugrunde liegen können. Begleitet werden die Therapiestudien von einer Biomarker- und einer Diagnostikplattform. Über die Plattformen sollen Erkenntnisse für eine gezielte Diagnose der verschiedenen Patient*innengruppen gewonnen und mögliche Faktoren für die Entstehung der Erkrankungen weiter aufgeklärt werden. Die Rekrutierung von Proband*innen für die einzelnen Studien erfolgt über bereits existierende ME/CFS- und Post-COVID-Patient*innenkohorten. Geeignete Proband*innen werden von den Forschungseinrichtungen kontaktiert. Weitere Patient*innen sind nicht dazu aufgerufen sich zur Teilnahme an Therapiestudien zu erkundigen. Anschließend an erste Studienergebnisse sollen in einem nächsten Schritt größere Studien an verschiedenen Kliniken in Deutschland durchgeführt werden.

Die Finanzierung der NKSG mit bisher rund 10 Millionen Euro läuft nach aktuellem Stand bis zum 31. Dezember 2023. Für die Erforschung der komplexen Erkrankung ME/CFS sowie des Post-COVID-Syndroms, mit dem Ziel die Erkrankungen besser zu verstehen und wirksame Therapieoptionen für die unterschiedlichen postinfektiösen Patient*innenkohorten zu etablieren, werden dringend weitere Fördermittel benötigt. Die Initiator*innen der NKSG, darunter die Deutsche Gesellschaft für ME/CFS und Long COVID Deutschland, setzen sich derzeit im persönlichen Austausch mit Abgeordneten des Deutschen Bundestages und mit Verantwortlichen in den zuständigen Bundesministerien für weitere Forschungsgelder und eine Anschlussfinanzierung der NKSG ab 2024 ein.

Die Deutsche Gesellschaft für ME/CFS und Long COVID Deutschland gehören zum Lenkungsausschuss der NKSG und beraten die Studiengruppe und deren Vorhaben zur Therapieforschung aus Sicht der Betroffenen. Beide Organisationen werden die Öffentlichkeit fortlaufend über die Fortschritte der NKSG informieren.

Weiterführende Links

Pressemitteilung der Charité – Universitätsmedizin Berlin

Bild: Charité – Universitätsmedizin Berlin

Redaktion: Deutsche Gesellschaft für ME/CFS und Long COVID Deutschland