PACE-Studie: Endgültiger Abschied von Aktivierungstherapie

Die Rohdaten des PACE-Trials (White et al. 2013) wurden von ME/CFS-Patienten und unabhängigen Wissenschaftlern aus den USA neu ausgewertet.

Hiernach galten nach einem Jahr nicht 22 % der Patienten durch Aktivierungstherapie (GET) als „genesen“, sondern lediglich 4,4 %. Auch die Erfolgswerte für Verhaltenstherapie (CBT) fielen von 22 % auf 7 %. Die Ergebnisse sind somit nicht mehr statistisch signifikant und konnten damit keinen Vorteil von GET und CBT belegen.

Die Deutsche Gesellschaft für ME/CFS begrüßt diese Korrektur nachdrücklich und wird sich entschieden dagegen einsetzen, dass die PACE-Studie weiter zur Grundlage von kontraproduktiven Therapieempfehlungen gemacht wird.

Die unabhängigen Wissenschaftler verwendeten für ihre Reanalyse das ursprüngliche Studienprotokoll. Die Autoren der PACE-Studie hatten während der Studienlaufzeit das Studienprotokoll gelockert, und kamen so auf 4-fach höhere Erfolgswerte. Diese Ergebnisse sind nun nicht mehr haltbar.

Die PACE-Studie wird seit ihrem Erscheinen (2011) von vielen Patienten und Wissenschaftlern heftig dafür kritisiert, dass sie qualitative Mängel aufweist und Aktivierungstherapie empfiehlt. Der australische Patient Alem Metthees hatte die Veröffentlichung der Studiendaten nach einem zweijährigen Rechtsstreit erfolgreich eingeklagt, nachdem die Universität sich entgegen wissenschaftlichen Standards geweigert hatte, die Studiendaten von sich aus zu veröffentlichen.

Quelle:

http://www.virology.ws/2016/09/21/no-recovery-in-pace-trial-new-analysis-finds/