3,3 Mio Euro für Forschung in Norwegen

Überragende Forschungsförderung in Norwegen für ME/CFS

Der Norwegische Forschungsrat hat 3,3 Millionen € (30 Millionen NOK) für die Forschung an ME/CFS zur Verfügung gestellt.

Das Programm NEEDS-ME wird ab 2017 wissenschaftliche Projekte und Studien zu ME/CFS in Norwegen finanzieren.

Im Rahmen eines neuen Förderansatzes (Requirements Identified Research) konnten nicht nur Wissenschaftler, sondern auch Patienten, Angehörige und Pflegekräfte Vorschläge und Ideen einbringen, welche Themen am dringensten erforscht werden müssen. So soll sichergestellt werden, dass sich die Forschung an den Bedürfnissen der ME/CFS-Erkrankten orientiert. Der aus England kommende Ansatz könnte dabei helfen, die Wissenschaft zu „demokratisieren“. 

Voraussetzung für die Förderung von Studien sind: 

  • die Nutzung der Kanadischen Konsenskriterien (CCC), die Nutzung weiterer Kriterien muss begründet werden 
  • psychiatrische Krankheiten und andere Krankheiten mit chronischer Müdigkeit müssen ausgeschlossen werden
  • in klinischen Studien sollten objektive Endpunkte bzw. Studienkriterien verwendet werden, um eine Verbesserung der Symptome objektiv messen zu können
  • die Forschung muss sich auf die bereits vorhandene nationale und internationale Studienlage beziehen, eine internationale Vernetzung wird als positiv bewertet  

Es wurden vier Bereiche definiert, in denen die ME/CFS Forschung besonders benötigt wird:

  1. Ätiologie (Ursachen): ein wichtiges Merkmal, um ME/CFS von anderen Krankheiten zu unterscheiden ist dabei die Post Exertional Malaise (PEM)
  2. Therapie: hierzu werden randomisierte kontrollierte Studien benötigt, die zum einen die CCC und zum anderen objektive Kriterien für einen Therapieerfolg verwenden 
  3. Prävalenz (Vorkommen) und Prognose: hierzu ist es wichtig, epidemiologische Studien durchzuführen und Patienten über längere Zeiträume zu begleiten 
  4. Versorgung und Begleitung: es sollen die Probleme und Schwierigkeiten in der öffentlichen Versorgung (z.B. medizinische Versorgung, Schulen) systematisch erforscht werden 

Die Herangehensweise des Norwegischen Forschungsrat stellt einen Meilenstein in der objektiven Erforschung von ME/CFS dar. Die dabei gemachten Auflagen machen deutlich, wie wichtig es ist das Krankheitsbild deutlich abzugrenzen, Patienten und Angehörige einzubeziehen und sich an der aktuellen Forschungsliteratur zu orientieren. Ein solcher Ansatz und vergleichbare Gelder sind ebenfalls in Deutschland dringend notwendig. 

Quelle: http://www.forskningsradet.no/no/Utlysning/BEHOVME/1254021422726/p1173268235938?visAktive=true

dha