Praxisleitfaden ME/CFS

Veröffentlichung des Praxisleitfadens ME/CFS in Kooperation mit dem Charité Fatigue Centrum


Praxisbezogene und evidenzbasierte Informationen rund um ME/CFS sowie entsprechende Verlaufsformen des Long-COVID- bzw. Post-COVID-Syndroms für Ärzt*innen

Die Deutsche Gesellschaft für ME/CFS hat in Kooperation mit dem Charité Fatigue Zentrum (CFC) und unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Herbert Renz-Polster sowie unter Ko-Autorinnenschaft von Dr. Monika Dräger einen Praxisleitfaden zu ME/CFS erstellt. Dieser beinhaltet grundlegende, therapeutisch relevante Informationen zum Krankheitsbild, anwendungsbezogene Hinweise für Abläufe und Fragestellungen in der Praxis sowie evidenzbasierte Informationen zur symptomatischen Behandlung des Krankheitsbilds nach aktuellem Stand der Wissenschaft. Diese werden mit der Erfahrung auf dem Gebiet spezialisierter Expert*innen ergänzt. Das Angebot ist unter praxisleitfaden.mecfs.de online abrufbar.

Der Praxisleitfaden richtet sich vornehmlich an medizinische Fachkreise und soll diese in der Behandlung ME/CFS-erkrankter Personen unterstützen. Er eignet sich nicht als Grundlage für gesundheitsbezogene Entscheidungen außerhalb eines Behandlungsverhältnisses, insbesondere nicht für Selbstdiagnosen oder -therapien. Aus diesem Grund ist der Zugang zu spezifischen Informationen, insbesondere Dosierungsangaben von Medikamenten, hinter einem DocCheck-Login nur Fachpublikum möglich. Allgemeine Informationen sind jedoch der breiten Öffentlichkeit frei zugänglich und bieten eine Fülle von Informationen auch für nicht-ärztliche Nutzer*innen.

Inhaltlich führt der Praxisleitfaden vollumfängliche und dennoch knapp formulierte Einblicke in den praktischen Umgang mit dem Krankheitsbild auf. Die Inhalte wurden nach praxisbezogenem Informationsgehalt gewählt und gliedern sich in die Kapitel Klinische Präsentation und Diagnose, Diagnostisches Vorgehen, Therapeutisches Management sowie Codierung und Abrechnung. Häufig auftretende Komorbiditäten und deren Diagnostik und Therapie werden eingehend thematisiert. Einen besonderen Stellenwert erhält die Diagnostik und Therapie einer orthostatischen Intoleranz (OI), die oft in Form eines posturalen orthostatischen Tachykardiesyndroms (PoTS) auftritt. Der Behandlung dieser häufigen Komorbidität im Rahmen einer ME/CFS-Erkrankung ist in Kooperation mit dem CFC und der Klinik für Kardiologie des Deutschen Herzzentrums der Charité (DHZC), Campus Virchow-Klinikum, ein kleinerer, eigenständiger Praxisleitfaden gewidmet.

Ergänzt wird das Angebot durch zwei PDF-Übersichten zu Diagnostik und Therapie, die zur raschen Orientierung und Rekapitulation im Praxisalltag vorgesehen sind. Damit sollen wichtigste Informationen schnell zur Hand sein und unmittelbar in der Versorgung Anwendung finden.

Wir streben in Zukunft regelmäßige Aktualisierungen an, um Informationen nach neuestem Stand der Wissenschaft zeitnah zur Verfügung zu stellen. Feedback, Anmerkungen, Hinweise auf Unstimmigkeiten und Änderungsvorschläge, idealerweise mit entsprechender Begründung (Quellenangabe), sind unter praxisleitfaden@dg.mecfs.de willkommen. Wir werden das Feedback eingehend prüfen.

Redaktion: mda