Dänisches Parlament erkennt ME/CFS als organische Erkrankung an

Das dänische Parlament stimmte heute (14. März 2019) für eine umfassende Erklärung zu ME/CFS

Die Abgeordnete Liselott Blixt hatte die Debatte einberufen. 107 Abgeordnete stimmten dafür (72 enthielten sich), dass (leicht gekürzte Version):

 

  • bisher nicht genug für ME/CFS-Patienten getan wird, diese stigmatisiert würden und keine relevante Behandlung erhalten
  • spezialisierte Behandlung angeboten werden soll, diese soll interdiziplinär und somatisch (organisch) verankert sein und alle relevanten Fachdisziplinen einbeziehen
  • die dänische Gesundheitsbehörde (Sundhedsstyrelsen) alle relevanten Leitfäden zu ME/CFS nach G93.3 anpassen soll
  • die Gesundheitsbehörde die WHO-Klassifikation nach ICD-10 (G.93.3) und ICD-11 (8E49) für ME anerkennt und empfiehlt
  • die Behörden ME/CFS von funktionellen Störungen (psychosomatischen Störungen) abgrenzen bzw. unterscheiden
  • Wissen zur Behandlung aus anderen Ländern genutzt werden soll

 

Damit geht das dänische Parlament einen großen Schritt in Richtung Anerkennung von ME/CFS als schwere  organische Erkrankung. ME/CFS wurde bisher in Dänemark (wie in vielen anderen Ländern) nur unzureichend behandelt und oft inkorrekt als psychosomatisch klassifiziert. Die Abgeordnete Blixt sprach sich dafür aus, ME/CFS in die Neurologie und Immunologie  zu verschieben.

 

#MillionsMissing Denmark schrieb hierzu auf Twitter

Vielen Dank an alle Beteiligen in Dänemark, die die Debatte und die Abstimmung im Parlament ermöglicht und unterstützt haben.

 

Für weitere Informationen:

Artikel von MEAction über die Hintergründe

Zeitungsartikel von Politiken (per Google-Translate auf deutsch übersetzt)

 

Redaktion: dha